Montag, 20. April 2009

Schlüter Becotek Teil II - oder wie Schlüter unsere Tränen trocknete



Es ging irgendwie zu glatt! Na ja, bis auf die Quälerei mit dem Estrich aus Quarzsand und Zement. Wir haben von einem Händler hier ein Gemisch von Mapei (keine Daten über dieses Produkt im Internet auffindbar) als Fertigestrich bekommen, ganz einfach genannt 4:1. Ja, der Profi liest hier sofort 4 Teile Sand, 1 Teil Zement. Irgendwie kam mir das aber auf unserer ersten Fläche schon komisch vor mit diesem Zeug, noch dazu waren keine Angaben über Mischung etc. auf dem Sack. Also, habe ich die Servicenummer von Mapei-Canada angerufen, leider nur Mailbox dran (na gut, wen wundert es am Samstag). Nach intensiverer Suche im Internet habe ich ganz gute Informationen gefunden, an Hand derer es doch schon etwas einfacher ging mit unserem Estrich. Am hilfreichsten war es aber, sich einfach mal in Land und Leute reinzudenken. Mein Bauherr und ich wir machen Brainstorming und kommen schließlich drauf: Was würde ein Kanadier machen, wie hätte das Produkt Erfolg oder Mißerfolg? Ganz einfach: Ein Kanadier möchte Pampe anmachen, reinleeren und heim gehen, Snowmobil - Quad fahren oder Grillen, besser noch shoppen gehen. Also Resultat: mehr Wasser rein und siehe das, es ging echt besser! Gegen mittag dann platzt die Bombe. Der Mitarbeiter von Mapei hat den AB blinken sehen und ruft zurück. Schlüter Becotek kennt er natürlich nicht, aber bei dem Wort Fussbodenheizung sagt er: "Ihr verwendet das falsche Produkt" Uns wird heiß und kalt und umgekehrt und wir versuchen den Canada-West Aussendienst von Schlüter zu erreichen, aber der ist natürlich auch im verdienten Wochenende. Was tun? Ich sage, einfach so fertig machen wie bisher, notfalls Ditra-Matte von Schlüter drauf, die macht das schon irgendwie heile und Montag alle Stellen abtelefonieren und weiter sehen was die Techniker von Schlüter sagen, die wissen ja doch iregendwie immer mehr als andere Sterbliche. In einem Albtraum in der Nacht von Sonntag auf Montag tröste ich mich mit dem Slogan: "Becotek verträgt jeden Dreck" Zweckoptimismus würde ich sagen. Ich sehe schon die Deutschen über uns lachen, die Kanadogermanen, die mit Mauermörtel Estrich machen, nachdem sie typisch deutsch die Ärmel hochgekrempelt haben, die Kanadier freundlich mitleidig auf Seite geschoben haben und gesagt haben: " So Kinder, wir zeigen Euch jetzt erstmal wie man das richtig macht"
Mein Albtraum-Slogan geht auf. Ich bekomme wie immer Trost gespendet an der Schlüter-Hotline, sogar meine Frau die ja alles mitbekommt, sagt: Richtig motivierte Mitarbeiter, die bestimmt Sau-Stolz sind auf Ihre Firma und Ihre Produkte und absolut dahinter stehen. Wir können die Pampe drin lassen und sind mehr als erleichtert. Zur Feier des Tages haben wir  gleich mal das Erdgeschoss heute fertig gemacht. Danke!

Naturwunder - oder kommt alles gute wirklich von oben?





Jeden Tag tausende, ja vielleicht auch hundert tausende von Gänsen um uns und über uns. Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Am Anfang haben wir und noch über 2 oder 5 Gänse gefreut, aber es werden täglich mehr. Heute habe ich eine Formation gesehen, die hatte keine Anfang und kein Ende.
Leider sind sie wahnsinnig schwer zu fotografieren, weil ich einfach nicht durch die Linse bekomme, was mein Auge sieht. Bitte also um Verzeihung für die eher stümperhaften Aufnahmen, aber vielleicht reicht es für einen Eindruck. Vorhin ist der Himmel vor dem Sonnenuntergang kurz ganz schwarz geworden, weil ein riesen Schwarm sich hier in der Nähe eine Nachtquartier auf einem Feld sucht.
Aber trotz all der Naturschönheit gibt es auch noch eine andere Seite. Als ich vorhin auf dem Heimweg unter einem Schwarm durchgefahren bin und für Euch ein paar Fotos machen wollte, hab ich mein Fenster schnell wieder zugemacht, da mir angesichts der schnell zunehmenden Kackflecken auf meinem Auto irgendwie plötzlich doch auch mulmig wurde. Da schießen dir so Fragen durch den Kopf wie: Was wenn die jetzt auf einmal alle loskacken? Mein Truck wurde aber nur ein paar mal getroffen, also glück gehabt.

Sicherheit auf kanadischen Baustellen

Das Gerüst ist eigentlich schon extra Luxus. Leider hat es nicht gereicht, also noch eine Milchkiste drauf. Kommentar des Bauherrn-Vater:" Wenn der abstürzt und sich verletzt, würden die Kanadier kommen und sagen -Wie konnte denn das passieren, der war ja total abgesichert-"

Donnerstag, 16. April 2009

Schlüter Bekotec oder Deutsche legen Boden unter kanadischen Bedingungen

Was soll ich sagen? Es regnet seit zwei Tagen, das heißt mal wieder Matsche... Na gut, ich langweile Euch nicht mehr damit.
Was wir sonst so treiben seit Ostern? Wir legen den deutschen Fussboden im Haus von J.Ein Jahr Vorbereitung, angeblich Nottransport von Material mit dem Flugzeug von Herrn Schlüter, da sie auf so eine große Bestellung nicht eingerichtet waren, viele Stunden Engagement von Mitarbeitern bei Schlüter, die auch erst lernen mussten mit Fuss, Inch und Temperaturen von bis -50°C umzugehen.Ein großes Lob an dieser Stelle an die Mitarbeiter und die Firma Schlüter, die die Defizite der Nordamerikaner toll kompensiert haben.Jetzt also ist es endlich so weit. Wir legen den Fussboden, wegen dem ich unter anderem ja da bin.Die Kanadier schauen uns immer wieder über die Schulter und schütteln heimlich den Kopf über die Germans. Nicht ohne Bewunderung verfolgen sie die verrückten Deutschen, die schwitzen und rackern und Estrich legen, was ein Durchschnittskanadier eigentlich so nicht kennt.Es war so schwer Werkzeug dafür zu finden, dass wir es einfach selber gebaut haben. So haben wir heute also ca. 55 m² Estrich gelegt, mit Hilfswerkzeug und Material, das uns fremd ist. Es ist aber trotzdem ganz gut geworden, allerdings  bin ich fix und fertig, tot, am Ende, im A.....
Ergötzt Euch an den Fotos und bis bald aus dem schmierigen Saskatchewan.

P.S. Was ich immer wieder gerne erwähne: Stell Dir vor, das Bundesland Saskatchewan ist drei mal so groß wie Deutschland und hat knapp über eine Millionen Einwohner, aber alle 3 km eine Strasse. Toll, gelle?!?

Sonntag, 12. April 2009

Frohe Ostern


Ich wünsche Euch allen von ganzem Herzen ein Frohes Osterfest. 
Wir haben Ostern gefeiert, wie ich es von meiner Familie schon immer kenne und liebe. Bei uns auf dem Ostertisch gibt es Dinge, die nie fehlen
 dürfen. Dazu gehört Potica, ein traditioneller Kuchen aus Slowenien (hier gibt es ein Rezept), gekochter Schinken mit einer Sauce aus Merrettich, Sahne und ein spritzer Zitrone und Sol-Eier (in einen Sud eingelegte Eier).


Wir haben mit unserem Schweizer Besuch gestern schon mal ein paar Osternester in unserer Hecke gesucht.
 Wie man sieht haben wir immer noch ungefähr 1,5 m Schnee in der Hecke. So konnte man von den Schneedünen aus die Vogelnester erreichen, die der Osterhase reich gefüllt hat.